Welch ein schönes Theater in den Medien und im Bundestag: Der Flüchtling ist an allem schuld! tönte es aus den Mündern der AfD-Funktionäre. Und auch: Wir sind DAGEGEN! Huch, gab sie sich oppositionell, die Nachgeburt der CDU namens AfD. Dem Schoß des reaktionären Wallmann-Flügels der Christdemokraten entkrochen, eingesammelt und konstruiert von Freunden der deutschen Wirtschaft, schminkte sie sich lange Zeit mit Erfolg auf alternativ. Das geschickte AfD-Geschrei wurde gern und oft von den Medien verstärkt und so auf die Straßen gebrüllt.

Nein, wie ist das schick! Die stramm rechte AfD leistet sich mit Alice Weidel als Chefin ihrer Bundestagsfraktion eine echte Lesbe, die mit ihrer Lebensgefährtin in der Schweiz lebte: Ein Lebensentwurf, den man eher bei grünalternativen Menschen erwartet und nicht an der Seite des braun-alternativen Vogelschiss-Gauland. Weidels Wohnort im schweizerischen Biehl hatte steuerliche Vorteile: Nach einer Studie der OECD liegt die Abgaben- und Steuerlast in Deutschland für Alleinstehende bei 49,4 Prozent, in der Schweiz bei nur 21,8 Prozent. Nun zieht sie um: An Weidels neuem Wohnsitz Berlin ist immerhin die nette Kostenpauschale für Bundestagsabgeordnete von 4.339,97 Euro monatlich steuerfrei.

Nun also gilt für Frau Weidel: weg aus der Schweiz. Aus eben dieser Schweiz stammte auch die erste der bekannt gewordenen Unternehmens-Spenden: Rund 132.000 Euro hat die "PWS Pharmawholesale International AG" an die Dame Weidel persönlich überwiesen. Dass Unternehmer mit ihren Spenden Erwartungen verbinden, weiß jeder. Nur die AfD tut so, als wüßte sie nichts: Sie schweigt eisern wie Krupp-Stahl. Auch der Verwendungszweck der Spende ist entlarvend: Offenkundig hat sich die Weidel mit dem Geld jede Menge Zuneigung auf Facebook erkauft, ein Wahlkampf-Trick der üblen Art.

Die nächste Spende von 150.000 Euro für die AfD war noch deutlicher: Das Geld kam von einer niederländischen Stiftung, die eine "Bedrohung der europäischen Identität" fürchtet. In Wahrheit geht es auch bei diesem illegalen Geldfluss um eine Bedrohung deutscher Gesetze zur Parteienfinanzierung. Kein Wunder, dass die verwirrte AfD als Quelle für die milde Gabe erstmal eine belgische Stiftung nannte, statt der ziemlich reinrassigen niederländischen Familie Floris Marinus Berkhout und Meike Berkhout-Huidekope.

Doch damit nicht genug: Als nächster in der Liste zwielichtiger Spender für die AfD findet sich der Name des Milliardärs August von Finck. Der lebt wie die Weidel in der Schweiz, aus rein steuerlichen Gründen versteht sich, und hat schon kräftig für FDP und CSU im Vorfeld der Senkung der Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen gespendet. Rein zufällig rekrutierte die AfD bei ihrem Start ihre Kader gern aus den Reihen eben dieser Parteien. So zufällig wie die Promotion der Alice Weidel von der Begabtenförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU) unterstützt wurde.

Wie man in der linksalternativen schweizerischen Zeitung WOZ lesen konnte, wurde die AfD schon in ihrer Gründungsphase durch den Milliardär von Finck gefördert: "Wie der WOZ und dem «Spiegel» vorliegende Rechnungen dokumentieren, wurden die Ausgaben der Partei mit einem Umweg über eine Münchner Kommunikationsagentur bezahlt. Als Mittelsmann soll Ernst Knut Stahl fungiert haben, der als rechte Hand von Fincks in zahlreichen Verwaltungsräten des Familienimperiums sitzt". Wahrscheinlich wird der Weltkriegs-Fan Alexander Gauland die Öffentlichkeit demnächst wieder mit einem verschwiemelten "Wir haben Fehler gemacht" abspeisen. Wie bei den Spendenaffären zuvor.

Wer immer die AfD für eine Oppositionspartei gehalten hat, dem ist ein schwerer Fehler unterlaufen. Die AfD kommt aus den von ihr so genannten "Altparteien", sie ist in dem dort üblichen Sumpf groß geworden und nährt sich mit jenem Saft, der ihre unbedingte Gefolgschaft zur Wirtschaft sichert: Korruptions-Geld. Die Alternative für Deutschland ist ein übles Fake einer Opposition.

RT DEUTSCH zum Prozess
SÜDDEUTSCHE GEGEN GELLERMANN

https://deutsch.rt.com/inland/79802-sueddeutsche-versus-gellermann-juristisches-debakel/

Kommentare (48)

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Ein super Artikel! Das tut weh!

Werner Heitkamp
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Das ist doch nur Teil einer Kampagne.

Inge Stolte
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Waren es in grauer Vorzeit die "roten Socken" und Kommunisten auf die man im Parlament herum hackte,ist es nun die AfD die für allen Unbill herhalten muß.
Vergessen sind Kohl´sche schwarzen Kassen in Österreich & der Schweiz und dessen dubiosen...

Waren es in grauer Vorzeit die "roten Socken" und Kommunisten auf die man im Parlament herum hackte,ist es nun die AfD die für allen Unbill herhalten muß.
Vergessen sind Kohl´sche schwarzen Kassen in Österreich & der Schweiz und dessen dubiosen Spender?
Niemand spricht von Steinbrück´s Hinterlist im Finanzwesen.

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Pat Hall
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Die Betrüger von der AfD tarnen ihren miesen Rassismus als Patriotismus und machen auf Opposition. In Wirklichkeit laufen sie auch nur an der Leine des großen Geld. Ekelhaft.

Uli Gellermann
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Wer auch immer den billigen Rassismus der AFD jemals für eine Alternative hielt, hat mindestens ein irreversibel nach ganz rechts verschobenes moralisches Koordinatensystem. Und wer nach den von Uli so trefflich ausgeführten Verstrickungen der...

Wer auch immer den billigen Rassismus der AFD jemals für eine Alternative hielt, hat mindestens ein irreversibel nach ganz rechts verschobenes moralisches Koordinatensystem. Und wer nach den von Uli so trefflich ausgeführten Verstrickungen der AFD genau mit jenem System, zu dem diese konservativ-völkische Arschgeburt vorgibt, die Alternative zu sein, immer noch glaubt, es ginge der AFD um irgendwelche Veränderungen, wo sie wirklich gebraucht würden, d.h. in Sachen Frieden, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit, legt eine Beratungsresistenz an den Tag, die nur noch reaktionär genannt werden kann. Deshalb ist das Gespenst des Protestwählers, den es angeblich von der AFD zurückzugewinnen gilt, auch genau das: ein von rationalen Agenten besser zu ignorierendes Phantasma.

Die alternative Partei, die Deutschland wirklich braucht, gibt es noch nicht. Und die Sammlungsbewegung #Aufstehen - die einzige dafür in Frage kommende Kraft - lehnt sich zurück und will sich erst im kommenden Frühjahr jenes Programm geben, das schon lange bei den Initiatoren in der Schublade liegt und nur wegen des Schauspiels der Basisdemokratie nicht schon jetzt herausgeholt werden kann. Ein Programm, das - laut eigener Aussage - kommenden Regierungen lediglich als Leitfaden gelten soll - eigene Parteien sind ja pfui (genau wie der Nationalstaat). Da haben die sicher nur darauf gewartet, die kommenden Regierungen. Weltfremder geht's nimmer.

Die Zukunft sieht dann so aus: Eine von Merz geführte Koalition der CDU mit den Atlantik-Kumpels von den Grünen, die sich von Vogelschiss-Gauland als Oppositionsführer (Führer, das gefällt dem sicher) in der Manege der billigen, aber umso gewalttätigeren Ressentiments herumführen lassen.

Und eines bleibt dann alternativlos gleich: die brutale Gier nach mehr vom vermeintlich Eigenen, also der Imperativ des Kapitalismus.

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Marc Britz
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Eine Anmerkung zur Besteuerung in Biel: Bei den Staats- und Gemeindesteuern im Kanton Bern (in dem sich die Stadt Biel befindet) gilt man/frau nicht als Alleinstehend, wenn man mit Partnerin und Kindern in einem gemeinsamen Haushalt lebt.

Markus Graber
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Ich schätze, dass den meisten Menschen, die die AfD wählen, egal ist, wie sie entstanden ist.

Die AfD hat genau an dem Punkt der deutschen Politik Opposition gezeigt, als für alle BundesbürgerInnen sichbar wurde, was Merkel für eine Politik...

Ich schätze, dass den meisten Menschen, die die AfD wählen, egal ist, wie sie entstanden ist.

Die AfD hat genau an dem Punkt der deutschen Politik Opposition gezeigt, als für alle BundesbürgerInnen sichbar wurde, was Merkel für eine Politik betreibt, nämlich die der Alleinherrscherin durch die Grenzöffnung in 2015. Vertuscht wird das Ganze durch ihre verschwurbelten Sätze, den des Schlechtredens anderer Länder, was allerdings beleidigend deutlich geschah und ihre Fähigkeit, mit heller Mädchenstimme die Bevölkerung ins Wachcoma zu reden. Männer und Frauen kuschten vor dieser "Mutti", die eher eine aus den Märchen entsprungene Stiefmutter sein könnte, als eine souveräne Staatsfrau, die sich aus ihrer DDR-Diktatur-Biografie gelöst hat.

Parteispenden bekommen alle Parteien und sich über die der AfD so aufzuregen, macht für mich keinen Sinn. Auch andere PolitikerInnen ziehen nach Berlin, nicht nur wegen der "Berliner Luft mit ihrem Duft."

Ich höre mir aus rein psychologischen Gründen sehr gerne die Reden von Weidel und anderen Frauen im BT an und stelle immer wieder fest, dass diese Frau eine rednerische und körperliche Ausstrahlung hat, die die anderen Frauen nicht haben. Sie spricht angstfrei, lässt sich nicht einschüchtern, ist schlagfertig, spricht deutlich alle Themen an und ihre Stimme ist eine erwachsene Stimme, die man ernst nehmen kann. Das manchmal pubertierende Geschrei der anderen Frauen aus den anderen Parteien dagegen klingt unglaubwürdig und überzogen. Auch Wagenknecht kann gegen Weigel nicht punkten. Sie (Wagenknecht) wirkt steif und unnahbar, das Rudern mit heraufgezogenen Armen wirkt hilflos.

Der Schwachpunkt der AfD sind die heimlichen Neonazis, die diese Partei bevorzugt belagern, weil sie über die NPD niemals gehört werden würden.

Bedenkt man aber, dass nach dem Krieg die meisten ehemaligen Nazis in die CDU gegangen sind und die Ost-CDU SED konform war, kann man vielleicht verstehen, dass die meisten Parteien im BT sich unreflektiert hinter Merkel stellten. Machmal mit einigen Ausnahmen wie die Linkspartei oder Verbesserungvorschlägen der anderen Parteien. Aber im Großen und Ganzen war der ganze Bundestag nebst Regierung:" Ein Arsch und eine Backe." Das ist jetzt anders. Und das finde ich gut.

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Karola Schramm
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Eine widerliche Art des Dummenfang. Natürlich stecken auch CDU-CSU-FDP und SPD Spenden ein. Aber die erzählen auch nicht, sie wären oppositionell. Leider gibt es im Fall der AfD immer wieder Blöde, die das wirklich glauben.

Uli Gellermann
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ALICE´S ADVENTURES UNDERGROUND

Alice Weidels Nonsensgeschichte
hat kein Alice-Wunderland-Niveau.
Ihr fehlt die literarische Dichte,
ist höchstens ein Fall für Amtsgerichte,
und machte selbst dort die Richter nicht froh.

Lutz Jahoda
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Da ich gerade von Bernt Engelmann das Buch "Das Reich zerfiel, die Reichen bleiben", in dem u.a. die 500 Reichen (Familien) aufgelistet sind, die schon seit gefühlten ewigen Zeiten die Geschicke der Politik und der Gesellcshaft zementieren, lese,...

Da ich gerade von Bernt Engelmann das Buch "Das Reich zerfiel, die Reichen bleiben", in dem u.a. die 500 Reichen (Familien) aufgelistet sind, die schon seit gefühlten ewigen Zeiten die Geschicke der Politik und der Gesellcshaft zementieren, lese, weise ich nicht nur darauf hin, daß, oh Wunder, auch der Spender für AfD-Lieschens Weidel darin vorkommt, sondern zitiere auch eine Aussage über diesen Von Finck

„Rechts vom Gustl steht bloß noch Dschingis Khan“ und jenen „Industriekurier", einem ehemaligen Sprachrohr des Reichtums, mit
,„eine Demokratisierung der Betriebe…sei so unsinnig wie eine Demokratisierung der Zuchthäuser und Kasernen“

was Menschenbild (vgl. hierzu auch das von sPD und cdU bzgl. Hartz4!) und Verachtung vermitteln sollte, welche in solchen Kreisen gegenüber denen herrscht, die diesen Reichtum, zum Teil unfreiwillig, erarbeiten.

Das Trauerspiel dabei ist, daß diese Herrschaft es sogar noch schafft ihren konkurrenten Antisemitismus und Rassismus auf diejenigen zu übertragen, die sie so verachtend (ver-)brauchen und Teile der Verachteten noch mit Inbrunst diese Politik gegen sich selbst und ihresgleichen verteidigen.

Der alte Sumpf...

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Ernst Blutig
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Wie verlogen und feige die herrschenden Herrschaften hierzulande so zu herrschen versuchen, zeigt sich an diesem Beispiel. Im aktuellen Falle durch tatkräftiges „Unterlassen“ und „Schweigen“ geoutet, der dritte Affe mit der Hand vor dem Mund ist...

Wie verlogen und feige die herrschenden Herrschaften hierzulande so zu herrschen versuchen, zeigt sich an diesem Beispiel. Im aktuellen Falle durch tatkräftiges „Unterlassen“ und „Schweigen“ geoutet, der dritte Affe mit der Hand vor dem Mund ist gefragt. Da hätte es beste Gelegenheit gegeben, sich von dieser jetzt auch noch von Gellermann entlarvten Pseudo- Alternative zu distanzieren und ihr cora publico einen kräftigen Hieb hinter die Ohren zu versetzen, aber nichts da. Komisch, auf der anderen Seite des Hauses hat es doch bestens „hingehauen“ vor nicht gar zu langer Zeit. Da durfte eine Kampf-Klampfe namens Drachentöter im Hohen Hause auftreten und nicht nur zupfen und singen, sondern auch noch ein paar warme Worte in Form von Verbalinjurien loswerden. Und statt einer saftigen Rüge ob der unzulässigen mündlichen Äußerungen setzte es sogar ein Wort voll des Lobes vom Besteller und Auftraggeber, dem Präsidenten der ehrenwerten Gesellschft und dem zweiten Kopf im Staate. Und das Haus tobte, trampelte mit den Füssen, johlte und klatschte. Selbst einer der ach so Gescholtenen stimmte in den Chor mit ein.
Dieses umwerfende Ereignis, eine satirische Bundestags-Heute-Show mit einem Professor als Welke und einem Biermann als Hassknecht fand vor vier Jahren statt, anlässlich des Fünfundzwanzigjährigen des Falls der Mauer. In eine wahre Wutrede artete es aus, saßen doch drekt vor dem Chefankläger Vertreter, eher wohl die Nachkommen jener aus einem nicht mehr existierenden Land, das doch den zu feiernden Anlass erst möglich gemacht hatte. Heuer zum 29. Jahrestag des gleichen Ereignisses war natürlich alles ganz anders. Ernster, nein, total ernst, da durfte kein Bänkelsänger mehr auftreten. Schließlich war es auch der 80. Jahrestag der Reichskristallnacht, der Pogromnacht wie es heutzutage korrekt zu heißen hat. Seltsam, auch bzgl. dem damit eigentlich prima in Bezug stehenden 95. Jahrestag des neunten November, der von den Vorkommnissen zu München, war keine Erwähnung zu verzeichnen, obwohl es doch mehrere Todesopfer gegeben haben soll. An der Spitze der nicht genehmigten Veranstaltung ein Protagonist und Mitveranstalter (übrigens zufällig auch der Auftraggeber von fünfzehn Jahren später). Ähnlich wie einst Luther auf der Flucht vor Papst&Kaiser auf die Wartburg zog um die Zeit für die Bibel-Übersetzung zu nutzen, durfte damals der Rädelsführer (das „Rädels“ wird zehn Jahre später ersatzlos gestrichen) auf den Freisitz der bayrischen Justiz, die Festung Landsberg ziehen und darf dort - meist gut besonnt im gitterlosen Fenster sitzend - seine Bibel „Mein Kampf“ verfassen.
Für die Feierstunde des Hohen Hauses am 9. November 2018 gab es Wichtigeres als Anlass. Der neue Bundestagspräsident benannte bei der Eröffnung dieses unseren Nineeleven als „Schicksalstag der Deutschen“. Die Zahl 100 toppt natürlich alles: Vor hundert Jahren hatte ein deutscher Sozialdemokrat doch tatsächlich einmal die Gelegenheit bekommen, eine Republik auszurufen bzw. er durfte einem anderen treulosen Ex-Genossen zuvorkommen. Dessen „Räterepublik“ musste tunlichst verhindert werden. Dem Balkonauftritt des Sozen scheint man nicht so recht getraut zu haben, Doppelt genäht hält bekanntlich besser. Die Entsorgung des Widersachers Karl L. nebst Begleitung Rosa L. nicht mal zwei Monate später am Landwehrgraben - durchgeführt von national und patriotisch gesinnten Zuarbeitern der sozialdemokratischen Republik, ließ dann nicht nur die bis auf Weiteres regierenden Sozen besser schlafen.
Wenn also heute der Sozialdemokrat und Bundespräsident F.W. Steinmeier die Rede zum Hundertjährigen halten darf, so bedarf es schon eines gehörigen Quantums an Fingerspitzengefühl. Er plädiert für einen "Patriotismus mit leisen Tönen und mit gemischten Gefühlen“. Schließlich muß auch des achtzigjährigen „Jubiläums“ gedacht werden und dem was da noch daraus erwuchs, dem Holocaust. Selbst das gängige Stichwort „Antisemitismus“, jener Geisteszustand die vorgenannte Aktionen auch früher schon befeuert hatte, war vorsichtig verklausuliert und in Watte gepackt vom Hüter des Bellevue angesprochen worden. Und dann das, Zitat aus SZ: „"Berlin ist nicht Weimar und wird es nicht werden." Wer immer nur vor der Wiederkehr des Gleichen warne, "droht neue Herausforderungen aus den Augen zu verlieren". An dieser Stelle kommt der Beifall nur aus der AfD.“
Um so einem fauxpas vorzubeugen hätte die Regie dann vielleicht doch besser zum Stilmittel des Auftritts eines Schauspielers gegriffen. Hat sie zwar, aber der aufgebotene Schauspieler durfte allein eine Version der Fenster- bzw. Balkonrede „Es lebe die Republik!“ von anno Achtzehn darbieten. Zu dem was in den fünfundzwanzig Jahren seinerzeit hinterher so abgehen „durfte“, da gab es wohl nichts Gescheites zu rezitieren? Weit gefehlt! Bertolt Brecht hätte dazu ganz gut
angestanden, oder ist der immer noch out, nur weil ihn einst ein McCarthy mal als Kommunist vors Komitee geschleppt hatte? Ein Auszug aus dem Brechtschen Werk „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo UI“ hätte sich schon angeboten für einen getragenen Vortrag, oder? Eine einzige Zeile hätte völlig gereicht: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch....“. Zum einen wurden diese Worte längst auf einem jüdischen Kulturtag von jeglicher Schuld freigesprochen, wenn nicht als wohlfeiles Kontra gegen Antisemitismus geadelt. Als Positionierung für den vortragenden Künstler bei der Feierstunde hätte sich eine Stelle zwischen der Regierungsbank und der Oppositionsführerin angeboten. Ob dann vielleicht der Pferdefuß zum Aufstampfen wieder zum Einsatz gekommen wäre? Das geht schließlich gar nicht, bei Lesben von fruchtbarem Schoss zu schnabulieren!

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Michael Kohle
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Wen wundert's. Heute geht nichts mehr ohne Millionäre oder Milliardäre im Rücken.

Das gilt übrigens für die Grünen, die sPD, die, cDU/cSU ebenso, ganz zu schweigen von der F.D.P.

Naja, für die sPD scheinen die Gelder nicht mehr so üppig zu...

Wen wundert's. Heute geht nichts mehr ohne Millionäre oder Milliardäre im Rücken.

Das gilt übrigens für die Grünen, die sPD, die, cDU/cSU ebenso, ganz zu schweigen von der F.D.P.

Naja, für die sPD scheinen die Gelder nicht mehr so üppig zu sprudeln ;-)

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Albrecht Storz
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